Vegetarisch essen – Leben, ohne Lebewesen zu töten

Fakten, die zum Nachdenken anregen

Wussten Sie, dass man um ein Kilo Fleisch zu produzieren bis zu 22 Kilo Getreide verbraucht? Außerdem stecken in einem Kilo Rindfleisch so viele Emissionen, wie in einer Autofahrt von 250 km, so viel Energie wie der 20-tägige Betrieb einer 100 W Glühbirne und so viel Wasser, wie der Jahresverbrauch bei täglichem Duschen. Besonders die Abholzung der Wälder für Weideflächen und die Anpflanzung der Futtermittel belastet die Klimabilanz eines jeden Fleischessers mit jährlich etwa 1,5t CO-Äquivalenz mehr als die eines „Pflanzenfressers”.
(Quelle: www.peta.de)

Vor hundert Jahren waren in Europa Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Obst und gelegentlich Milchprodukte von Weidekühen die Grundlage der menschlichen Ernährung. Damit wurden die Menschen ausreichend mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier in großen Mengen hinzu, zusammen mit anderen vitalstoffarmen Nahrungsmitteln wie sterilisierte Milch, Convenience und Fast Food. So verzehren die Europäer heute gegenüber dem Jahr 1900 rund 30% mehr Milchprodukte, 50% mehr Rindfleisch, 70% mehr Fisch, 190% mehr Eier und 280% mehr Geflügel. (Quelle: Dr. med. Werner Hartinger, 1998).

Dies hat erhebliche gesundheitliche Auswirkungen auf den modernen Mensch. In einer groß angelegten Studie der Welt­gesund­heits­organisation (WHO) aus dem Jahr 2015 wurde der Zusammenhang zwischen erhöhtem Fleischkonsum und diversen Krankheitsbildern erforscht und eindeutig festgestellt. Diese Ergebnisse wurden in weiteren Studien, z.B. der Universität Zürich oder der Harvard University School of Public Health bestätigt.

Bei einer Einschränkung des Fleischkonsums auf 300-600 Gramm wöchentlich können Sie Herz- und Gefäßerkrankungen vorbeugen, ihr Darmkrebsrisiko um 49 Prozent senken und entzündliche Krankheiten durch Übersäuerung des Körpers wie z.B. Gicht oder Rheuma, aber auch Infektionen durch Keime wie Salmonellen, Campylobacter-Keime oder Listerien fast gänzlich vermeiden.

Warum also nicht fleischlos leben?

Wir leben so, wie wir es von unserer Kindheit kennen und von unseren Eltern gelernt haben. Durch Nachahmung und Anweisung haben wir eine Vorstellung davon erhalten, wie unser Leben aussehen muss, damit es unser Überleben garantiert und die für uns größtmögliche Sicherheit bietet. Dieses Verhaltensmuster ist die Basis unseres Erwachsenendaseins.

Die Objekte unserer Gewohnheitsenergie können dabei ganz unterschiedliche Dinge sein: Ernährung, Wortwahl, Sozialverhalten, sexuelles Verhalten, Umgang mit Konsumgütern und vieles mehr. Gewohnheiten sind grundsätzlich nichts Schlechtes: Sie geben unserem Leben Stabilität und Struktur. Wir erfahren durch routinierte Abläufe ein Gefühl der Sicherheit und das gehört zum persönlichen Wohlbefinden definitiv dazu.

Gewohnheiten können aber auch dazu führen, dass wir uns selbst im Wege stehen oder im Extremfall sogar sehenden Auges ins Unglück stürzen. Die Gewohnheit, jeden Tag Fleisch zu essen oder Kapselkaffee zu trinken ist uns so lieb geworden, dass wir globale Probleme ausblenden und unser unterschwelliges schlechtes Gewissen einfach verdrängen. Sie bringt uns auch dazu, zur nächsten Zigarette zu greifen oder zum nächsten Glas Wein, obwohl wir wissen, dass wir es morgen vielleicht bereuen werden.

Neben dem achtsamen Umgang mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen ist es wichtig, verantwortungsvoll gegenüber der Umwelt zu sein und allgemeine Regeln des Verhaltens und der Ethik einzuhalten. Hier wird es besonders schwierig, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen, denn die Auswirkungen unseres schlechten Verhaltens wirkt karmisch nicht direkt auf uns zurück, sondern verzögert erst nach vielen Jahren oder sogar erst auf unsere Kinder oder Enkel, also die nächste Generation. Wie verlockend ist da der Reflex, einfach mit den Schultern zu zucken und sich zu denken: „Sollen sich doch diejenigen darum kümmern, die nach mir kommen.“

Konsequenzen ziehen – Verantwortung übernehmen

Nach buddhistischer Tradition gibt es keine religiöse Vorschrift zur richtigen Ernährung. Dennoch ist der Aspekt des Schutzes des Lebens und die Förderung der sozialen Gemeinschaft im Hinblick auf Klimawandel und Welthunger für die meisten Buddhisten auf der Welt ein guter Grund, Vegetarisch oder Vegan zu leben. In allen mir bekannten Zen-Klöstern, Tibethäusern und Meditationszentren wird mindestens fleischlos gekocht.

Wenn Sie also ein zufriedener Mensch sein wollen, der morgens noch in den Spiegel sehen kann, dann sollten Sie versuchen, Verantwortung zu übernehmen.

In unserer modernen Gesellschaft zählt in erster Linie das Wirtschaftswachstum, deshalb ist es politisch nicht gewollt, dass Sie sich informieren und vielleicht in Ihrem Konsumverhalten zügeln.

Dennoch tickt die Uhr. Es liegt in Ihrer, in meiner, in unserer Hand, ob wir in hundert Jahren auf unserem Planeten Erde noch leben können!

 

Beitrag von Isabella Hof

 

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