Über Zen oder das Wissen, dass es nichts zu wissen gibt

„Im Buddhismus gibt es keinen Raum für Kraftanstrengungen. Sei ganz gewöhnlich und nichts Besonderes. Nimm deine Mahlzeiten ein, entleere dich, schlag dein Wasser ab, und wenn du müde bist, leg dich hin und schlafe. Der Unwissende wird über mich lachen, der Weise wird mich verstehen.“

(Buddhistische Weisheit)

Was ist Zen?

Der Zen oder auch „Chan“ Buddhismus konzentriert sich in seinen Lehren ganz auf das Verweilen im Hier und Jetzt. Achtsamkeit und die Rückkehr in die Gegenwart sind fundamentale Grundlage des Zen und seinen Geistesschulungen. Oft hört man im Zusammenhang mit Zen den Satz, dass das Geheimnis sei, dass es kein Geheimnis gibt. Es gebe nichts zu tun und nichts zu lernen um den Zen anzuwenden.

Ein Aspekt, der hier an allererster Stelle steht, ist die Absicht, einen klaren Geist zu erlangen. Mit Hilfe der Achtsamkeit und Meditation wird also trainiert, das Ego und die eigenen Emotionen zu kontrollieren und ihnen die Macht über das eigene Handeln zu nehmen. Damit wird dem Praktizierenden eine unverzerrte Ansicht der Realität ermöglicht.

Ursache und Wirkung

Nach dem karmischen Prinzip, dem Ursache-Wirkungs-Prinzip, ist es von größter Wichtigkeit, die eigenen negativen Ansichten und Handlungsweisen abzulegen um das eigene Glück zu finden. Nur wer ruhig ist und ausgeglichen, wer anderen mit liebevoller Güte und Großzügigkeit begegnet, der findet schnell Freunde und wird geliebt.

Wer neidisch ist, wütend und vereinnahmend, der wird es schwierig haben,
langfristige und glückliche Beziehungen aufzubauen. Er wird immer glauben, dass er um die Wahrung seiner Interessen kämpfen muss. Und weil ihn die Menschen als unangenehm empfinden und es nicht lange bei ihm aushalten, ist das am Ende wahrscheinlich auch die Realität seines Lebens. Er fühlt sich bestätigt in dem Unglück, das er sich selbst geschaffen hat.

Negatives zieht Negatives an. Positives provoziert Positives. Das ist die wahre Bedeutung von Karma.

Atme und kehre zu dir selbst zurück!

„Wir müssen nicht erst sterben, um ins Himmelreich zu kommen. Tatsächlich genügt es, vollkommen lebendig zu sein. Atmen wir aufmerksam ein und aus und umarmen wir einen schönen Baum, sind wir im Himmel. Wenn wir einen bewußten Atemzug machen und uns dabei unserer Augen, unseres Herzens, unserer Leber und unserer Nicht-Zahnschmerzen bewußt sind, werden wir unmittelbar ins Paradies getragen. Frieden ist vorhanden. Wir müssen ihn nur berühren. Sind wir vollkommen lebendig, können wir erfahren, daß der Baum ein Teil des Himmels ist und dass auch wir Teil des Himmels sind.“

(Titch Nhat Hanh)

Wie oft hetzen wir dem nächsten Termin hinterher. Unter der Dusche denken wir an den nächsten Geschäftstermin, nach der Arbeit denken wir an den nächsten Urlaub, im Urlaub an den stressigen Arbeitsalltag, der uns bald wieder erwartet. Niemals sind wir im Hier und Jetzt und verpassen deshalb unser eigenes Leben. Wir bilden uns ein, dass wir ewig Zeit haben. Doch irgendwann zerplatzt diese Illusion wie eine Seifenblase. Alles ist in ständiger Veränderung. Die Menschen um uns herum werden uns früher oder später verlassen. Wir altern und werden krank. Die Momente unseres Lebens kehren nicht wieder zurück. Das Leben ist flüchtig.

Diese schlimme Wahrheit verdrängen wir gerne. Der Zen jedoch geht positiv damit um und ermahnt uns, ins Hier und Jetzt zurück zu kehren. Wir sollen jeden Tag in dem Bewusstsein leben, dass unsere Zeit kostbar ist. Wir sollen unsere Existenz in jedem Moment würdigen und feiern und zwar dadurch, dass wir ihn ganz bewusst und in Dankbarkeit erleben lernen. Die Menschen, die um uns herum sind und die uns wichtig sind, sollen wir mit Achtsamkeit und liebender Güte behandeln.

Dann haben wir eine Chance auf echtes, dauerhaftes Glück und innere Zufriedenheit.

 

Beitrag von Isabella Hof

 

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