Der Dalai Lama in Frankfurt – Ein Symposium mit Buddhas bestem Mann

Wer ist der Dalai Lama?

Dalai Lama bedeutet „Lehrer, dessen Weisheit so groß ist wie der Ozean“. Der Dalai Lama ist für viele Buddhisten ihr spirituelles Oberhaupt  und der vielleicht wichtigste Mensch ihres Lebens. Die Tibeter glauben, dass niemand so klug ist wie er und dass seine Seele seit vielen Jahrhunderten immer wieder neu geboren wurde.

Der jetzige Dalai Lama ist bereits der 14. in der Reihe der großen Lehrer des Buddhismus. Er heißt Tenzin Gyatso und wird auf der ganzen Welt als großer Botschafter des Friedens verehrt, denn er bereist alle Länder der Welt und setzt sich überall für Toleranz, Respekt und ein Leben ohne jede Gewalt ein. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis für seinen Kampf um Frieden und Menschlichkeit.

Der Besuch des Dalai Lama in Frankfurt

Heute, am 13.09.17 durfte ich das erste mal in meinem Leben seine Heiligkeit sehen. Ich hatte Karten in der Jahrhunderthalle, Reihe 6, Mitte. Thema des Vortrags: „Globale Ethik – gemeinsame Werte.“

Schon beim ersten Blick auf den kleinen, sympathischen Mann, der da auf die Bühne trat, war ich überwältigt von dessen Aura der liebevollen Güte, die er vor sich her trug wie ein Ritter sein Schild. Er ließ sich mit einem lauten Lachen in einen Sessel fallen und machte einen Scherz über sein fortgeschrittenes Alter. Dann begrüßte er uns mit einem herzlichen: „Brüder und Schwestern“. Das seien wir tatsächlich, bemerkte er. Es habe nur noch nicht jeder begriffen – und das sei das Problem.

Die folgenden drei Stunden hing ich gebannt an seinen Lippen. Simple und klare Gedanken über die Weltbevölkerung und deren Probleme waren Thema, ebenso wie die Vision einer Einheit aller Länder, die für die Lösung der Weltprobleme Übervölkerung, Ressourcenknappheit oder Klimawandel so dringend nötig scheint. „Wir verschwenden unsere Zeit und unsere Mittel damit, Waffen zu bauen, die so verheerend sind, dass kein Land sie ernsthaft einsetzen will und kann.“, sagte er. „Dabei wäre diese Zeit und Unsummen verschwendeten Geldes an anderer Stelle so dringend nötig. Nämlich da, wo die Existenz aller Menschen bedroht ist.“

Weisheit und Humor schließen sich nicht aus

Der Vortrag des Dalai Lama war ungekünstelt und mit einfacher Sprache in Englisch vorgetragen. Während der Übersetzer die zentralen Aussagen in kurzen Unterbrechungen zusammenfasste, lehnte sich das Oberhaupt der Tibeter genüsslich zurück, machte Scherze mit dem Publikum oder genehmigte sich schmatzend ein Bonbon – „Zum Stimme ölen“.

Zentrale, intensive Aussagen seiner Rede unterstrich er mit schlichten Gesten, dann gab er wiederum witzige Anekdoten zum Besten. Beispielsweise habe ihn einmal ein Politiker gebeten, Buddhas Segen für ein friedlicheres Zusammenleben in seiner Stadt zu erbitten. Der Dalai Lama antwortete: „Ich kann für dich beten, das wird aber nichts nützen. Außer, Buddha schickt seinen Segen direkt durch deinen Kopf, denn Frieden kann es nur geben, wenn du dich als Menschenführer dafür einsetzt!“

Ich bin tief beeindruckt von der schlichten Weisheit des Dalai Lama und dankbar, dass ich diesen Vortrag erleben durfte.

 

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